Okklusiv – Bedeutung in der Kosmetik und Hautpflege
Okklusiv bezeichnet in der Kosmetik und Hautpflege eine Eigenschaft von Inhaltsstoffen oder Produkten, die einen schützenden Film auf der Haut bilden und dadurch den Wasserverlust der Hautoberfläche verringern können. Der Begriff stammt vom lateinischen „occludere“, was so viel wie „verschliessen“ oder „abschliessen“ bedeutet. In der Hautpflege beschreibt „okklusiv“ somit vor allem die Fähigkeit eines Stoffes, die Hautoberfläche teilweise abzuschirmen.
Eine okklusive Pflege kann insbesondere bei trockener, rauer oder beanspruchter Haut eine wichtige Rolle spielen. Durch die Bildung eines schützenden Films kann die Verdunstung von Wasser aus der obersten Hautschicht reduziert werden. Dadurch bleibt mehr Feuchtigkeit in der Haut, was zu einem geschmeidigeren und angenehmeren Hautgefühl beitragen kann.
Was bedeutet okklusiv bei Hautpflege?
Wenn ein Hautpflegeprodukt als okklusiv bezeichnet wird, bedeutet dies nicht, dass die Haut vollständig luftdicht verschlossen wird. Vielmehr bildet der entsprechende Inhaltsstoff eine Barriere auf der Hautoberfläche. Diese Barriere kann den sogenannten transepidermalen Wasserverlust, kurz TEWL, reduzieren.
Die Haut besitzt bereits von Natur aus eine Schutzfunktion. Die äusserste Hautschicht, insbesondere die Hornschicht, hilft dabei, Wasser im Körper zu halten und äussere Einflüsse abzuwehren. Bei sehr trockener oder geschädigter Haut kann diese Schutzfunktion beeinträchtigt sein. Okklusive Inhaltsstoffe können dann dazu beitragen, die Hautbarriere von aussen zu unterstützen.
Wie wirken okklusive Inhaltsstoffe?
Okklusive Inhaltsstoffe wirken hauptsächlich an der Hautoberfläche. Sie bilden dort eine mehr oder weniger durchlässige Schutzschicht. Diese kann verhindern, dass Wasser zu schnell von der Hautoberfläche verdunstet.
Das ist besonders interessant, weil Feuchtigkeitspflege nicht nur bedeutet, der Haut Wasser zuzuführen. Ebenso wichtig ist es, vorhandene Feuchtigkeit möglichst lange in der Haut zu halten. Genau hier kommen okklusive Substanzen ins Spiel.
Ein Produkt mit okklusiven Eigenschaften kann deshalb besonders nach einer feuchtigkeitsspendenden Pflege sinnvoll sein. Während sogenannte Feuchthaltemittel Wasser binden können, helfen okklusive Inhaltsstoffe dabei, den Feuchtigkeitsverlust an der Hautoberfläche zu reduzieren.
Typische okklusive Inhaltsstoffe
Zu den bekannten okklusiven Substanzen gehören unter anderem Vaseline beziehungsweise Petrolatum, bestimmte Wachse, Öle und Fette. Auch einige Silikone können je nach Formulierung eine filmbildende und damit okklusive Wirkung besitzen.
Petrolatum zählt zu den besonders wirksamen okklusiven Inhaltsstoffen. Es kann eine relativ geschlossene Schutzschicht auf der Haut bilden und dadurch den Wasserverlust deutlich reduzieren.
Wachse wie Bienenwachs können ebenfalls einen schützenden Film bilden. Pflanzliche Öle und Fette weisen dagegen je nach ihrer Zusammensetzung unterschiedliche Eigenschaften auf. Nicht jedes Öl ist deshalb gleich stark okklusiv.
Auch Dimethicone, ein Silikon, wird häufig in kosmetischen Formulierungen eingesetzt. Es kann einen glättenden Film auf der Haut bilden und wird deshalb unter anderem in Cremes und Pflegeprodukten für trockene Haut verwendet.
Okklusiv, feuchtigkeitsspendend und hydratisierend – wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe werden in der Hautpflege häufig miteinander verbunden, beschreiben aber unterschiedliche Wirkprinzipien.
Okklusive Inhaltsstoffe bilden vor allem eine Schutzschicht und reduzieren den Wasserverlust. Feuchthaltemittel, sogenannte Humectants, können dagegen Wasser binden und dadurch die Hydratation der Haut unterstützen. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Glycerin, Urea und Hyaluronsäure.
Eine moderne Hautpflege kann deshalb mehrere Wirkprinzipien miteinander kombinieren. Ein Produkt kann beispielsweise Feuchthaltemittel enthalten, die Wasser binden, während gleichzeitig okklusive Inhaltsstoffe eingesetzt werden, um den Wasserverlust an der Hautoberfläche zu begrenzen.
Dadurch lässt sich eine umfassendere Pflege für trockene Haut entwickeln.
Wann kann okklusive Pflege sinnvoll sein?
Eine okklusive Pflege kann insbesondere bei trockener, rauer oder empfindlicher Haut interessant sein. Auch bei stark beanspruchten Hautpartien kann eine schützende Pflege dazu beitragen, die Hautoberfläche vor weiterer Austrocknung zu bewahren.
Besonders trockene Stellen an Händen, Lippen, Ellenbogen oder Füssen werden häufig mit reichhaltigen und stärker okklusiven Produkten gepflegt.
Auch in der professionellen Kosmetik können okklusive Anwendungen eine Rolle spielen. Je nach Behandlung kann ein Pflegeprodukt bewusst mit einer schützenden Schicht auf der Haut kombiniert werden. Welche Methode sinnvoll ist, hängt jedoch vom Hautzustand und vom jeweiligen kosmetischen Konzept ab.
Okklusiv bei trockener Haut
Bei trockener Haut kann die Hautbarriere aus dem Gleichgewicht geraten. Die Haut fühlt sich dann häufig rau, gespannt oder schuppig an. Ein okklusives Produkt kann dazu beitragen, die Verdunstung von Wasser zu reduzieren und die Hautoberfläche zu schützen.
Dabei muss eine okklusive Pflege nicht zwangsläufig sehr schwer oder fettig sein. Moderne kosmetische Formulierungen können unterschiedliche Texturen und Wirkstoffe miteinander kombinieren. So gibt es leichte Cremes ebenso wie sehr reichhaltige Salben und Balsame.
Die Wahl des passenden Produkts sollte sich daher immer am individuellen Hauttyp und Hautzustand orientieren.
Kann Okklusivität auch Nachteile haben?
Okklusive Inhaltsstoffe sind nicht grundsätzlich gut oder schlecht. Entscheidend sind die Formulierung, die Hautsituation und die individuelle Verträglichkeit.
Sehr reichhaltige, stark okklusive Produkte können sich auf manchen Hauttypen schwer anfühlen. Bei zu häufiger oder ungeeigneter Anwendung kann die Haut zudem unangenehm fettig wirken. Bei zu Unreinheiten neigender Haut sollte die gesamte Produktformulierung betrachtet werden und nicht nur ein einzelner Inhaltsstoff.
Eine okklusive Wirkung bedeutet ausserdem nicht automatisch, dass ein Produkt komedogen ist. Ob ein kosmetisches Produkt die Poren beziehungsweise die Entstehung von Unreinheiten beeinflusst, hängt von der gesamten Formulierung und von der individuellen Haut ab.
Okklusiv in der professionellen Kosmetik
In der professionellen Kosmetik kann das Prinzip der Okklusion gezielt eingesetzt werden. Nach bestimmten Pflegeanwendungen kann eine reichhaltige Creme oder Maske verwendet werden, um Wirkstoffe länger auf der Hautoberfläche zu halten oder die Haut vor Feuchtigkeitsverlust zu schützen.
Auch bei Hand- und Fusspflege kann eine okklusive Pflege interessant sein. Besonders trockene Hautstellen können von einer Kombination aus Feuchtigkeit und anschliessender Versiegelung profitieren.
Welche Anwendung geeignet ist, sollte jedoch immer vom individuellen Hautzustand abhängig gemacht werden.
Okklusiv und die Hautbarriere
Die Hautbarriere ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Haut von zentraler Bedeutung. Eine intakte Hautbarriere hilft dabei, Feuchtigkeit zu bewahren und äussere Belastungen abzuwehren.
Okklusive Inhaltsstoffe unterstützen diese Funktion vor allem dadurch, dass sie den Wasserverlust an der Hautoberfläche reduzieren. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch alle anderen Bestandteile einer guten Hautpflege.
Eine ausgewogene Pflegeroutine kann je nach Hautbedürfnis deshalb aus Reinigung, Feuchthaltemitteln, hautpflegenden Lipiden und okklusiven Bestandteilen bestehen.
Fazit: Was bedeutet Okklusiv?
Okklusiv beschreibt in der Kosmetik die Eigenschaft eines Inhaltsstoffs oder Pflegeprodukts, einen schützenden Film auf der Haut zu bilden und dadurch den Wasserverlust zu reduzieren. Besonders bei trockener und beanspruchter Haut können okklusive Inhaltsstoffe eine wertvolle Ergänzung der Hautpflege sein.
Bekannte Beispiele sind Petrolatum, Wachse, bestimmte Öle und Fette sowie filmbildende Silikone wie Dimethicone. Häufig werden okklusive Inhaltsstoffe mit Feuchthaltemitteln kombiniert, um die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen und gleichzeitig den Feuchtigkeitsverlust zu begrenzen.
Damit ist Okklusivität ein wichtiges Prinzip moderner Hautpflege. Entscheidend ist jedoch immer die passende Formulierung und die Abstimmung auf den individuellen Hauttyp. Eine gute Hautpflege muss nicht möglichst stark okklusiv sein, sondern sollte genau das Mass an Schutz und Pflege bieten, das die Haut benötigt.